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Aldi Nord verfehlt Rekordmarke



Nun liegen auch die neuesten Geschäftszahlen von Aldi Nord vor. Mit Erlösen von 9,93 Milliarden Euro haben die 35 deutschen Regionalgesellschaften 2009 die Zehn-Milliarden-Marke knapp verfehlt. Sie lagen im Jahr der Krise um 3,5 Prozent unter dem Rekordumsatz des Vorjahres (10,29 Mrd.). Die Jahresüberschüsse erreichten 245,5 Millionen Euro, das sind knapp 15 Prozent weniger als 2008. Die Umsatzrendite sank von 2,8 auf immer noch beachtliche 2,5 Prozent. Auch die Summe der Märkte ging leicht, um elf auf 2.522, zurück. Allein die Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stieg um 273 auf 23.046 an.

Aldi schafft Arbeitsplätze

Aldi Nord verfehlt Rekordmarke

Exklusives Logo: Das blaue "A" markiert das "Nord"-Revier. Aldi Süd hingegen fällt durch den gelben Rahmen auf

In den neuen Bundesländern verringerte sich die Zahl der Aldi Märkte im Jahr 2009 um acht auf 759. Die Mitarbeiterzahl wuchs hier indessen um 93 auf 5.804. Die Summe der Gesamterlöse der zwölf Regionalgesellschaften ging um 98,2 Millionen (4,3 %) auf 2,16 Milliarden Euro zurück. Der Jahresüberschuss brach um 9,5 (28,3 %) auf 24,1 Millionen Euro ein. Damit schrumpfte die durchschnittliche Umsatzrendite im Osten der Republik von 1,5 auf nur noch 1,1 Prozent.

Etwas erfreulicher entwickelten sich die 23 Regionalgesellschaften in den alten Ländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und in Berlin. Dort blieb die Zahl der Märkte mit 1.763 (Vorjahr: 1.766) fast konstant und mit 17.242 (17.062) wurden ebenfalls mehr Menschen beschäftigt. Die Erlöse sanken um 265,1 Millionen (3,3 %) auf 7,77 Milliarden Euro und die Überschüsse um 33,6 (13,2 %) auf 221,3 Millionen Euro.

Aldi Nord-Gesellschafter sind drei Stiftungen

Während im Süden die Regionalgesellschaften in Mülheim und Ketsch die eigenen Kaffeesorten rösten (siehe Media Tribune: Aldi Süd), produziert Aldi Nord das aromatische Getränk in zwei selbständigen Röstereien namens Markus Kaffee GmbH & Co. KG in Herten (Ruhrgebiet) und in Weyhe bei Bremen. Wie bei Aldi Süd firmieren die meisten Regionalgesellschaften als ALDI GmbH & Co. KG. Drei Ausnahmen bilden die ALDI GmbH & Co. KG Essen, die ALDI GmbH & Co. KG Seevetal und die ALDI GmbH & Co. Beucha KG mit dem jeweiligen Orts-Anhang.

Sämtliche Anteile der insgesamt 37 GmbHs und 37 KGs werden von drei Stiftungen im holsteinischen Nortorf gehalten, die nach den Evangelisten Markus und Lukas sowie dem Apostel Jakobus benannt sind.

Aldi Nord verfehlt Rekordmarke

Eine der seltenen gemeinsamen Aldi-Aktionen: die Website www.aldi.com

„Denn es ist nichts verborgen,
außer damit es offenbar gemacht werde,
noch gibt es etwas Geheimes,
sondern auf dass es ans Licht komme.“
Markus 4:22


Die Markus Stiftung hält in allen Aldi-Nord-Gesellschaften 61 Prozent des Kommanditkapitals, während jeweils 19,5 Prozent bei der Lukas Stiftung und der Jakobus Stiftung liegen. An den GmbHs ist Markus stets mit 50 sowie Lukas und Jakobus jeder mit 25 Prozent beteiligt. Die Geschäftsführer der einzelnen Standorte sind im Gegensatz zu Aldi Süd nicht am Kapital beteiligt.

Die dominante Markus Stiftung, die auch an den gleichnamigen römischen Kriegsgott erinnert, geht auf den im vorigen Sommer verstorbenen Firmengründer Theo Albrecht (1922-2010) und dessen Witwe Cäcilie (84) zurück. Hinter der Lukas und der Jakobus Stiftung stehen die beiden Söhne und Erben Theo jun. (60) bzw. Berthold Albrecht (56).

In der Organisation ihrer Beschaffung gleichen sich die beiden Aldi-Gruppen wie ein Ei dem anderen. Jede der 35 Regionalgesellschaften und der beiden rechtlich selbständigen Kaffeeröstereien haftet persönlich in der Aldi Einkauf GmbH & Co. oHG in Essen, dem Gegenstück zur gleichnamigen Gesellschaft von Aldi Süd im nur 18 Kilometer entfernten Mülheim an der Ruhr.

Markt-Kommunikation für einen der größten Werbetreibenden

Nach dem Strickmuster der Regionalgesellschaften und der Röstereien sind auch die Albrecht GmbH & Co. KG in Seevetal bei Hamburg und die ALDI Immobilienverwaltung GmbH & Co. KG in Herten konzipiert. Die übrigen Dienstleistungsunternehmen von Aldi Nord weisen andere Gesellschafterstrukturen aus. Die Brüder Theo und Berthold Albrecht teilen sich paritätisch über ihre beiden Stiftungen die ABAT Handels- und Vermögensverwaltungs-GmbH & Co. KG und die MK-Werbeagentur GmbH in Essen.

„MK“ steht für die Markt-Kommunikation eines der größten Werbetreibenden der Republik. Die Aufgaben der ABAT sind „der An- und Verkauf, die Herstellung, die Veredelung, der Import und Export von Waren jeglicher Art sowie die Verwaltung eigenen und fremden Vermögens“. ABAT offenbart rückwärts gelesen die Anfangsbuchstaben der beiden Eigentümer.

Die brüderlichen Beteiligungsverhältnisse herrschen auch in der ALVA Versicherungsvermittlung GmbH & Co. KG in Herten. Gegenstand des Unternehmens ist der Abschluss oder die Vermittlung von Versicherungs- und Agenturgeschäften. An der Hamburger Spedition Mickeleit GmbH & Co. KG und deren blauen LKW-Flotte sind die Lukas und die Jakobus Stiftung mit jeweils 33,75 Prozent beteiligt. Weitere 7,5 Prozent steuert die Markus Stiftung bei. Die übrigen 25 Prozent liegen bei dem Spediteur Michael Preymesser, der auch die Lizenz hält und die Geschäfte führt.

Die Albrechts teilen die Website und den Weltmarkt auf

Aldi Nord und Süd betreiben zwar die gemeinsame Website www.aldi.com, handeln ansonsten aber getrennt. Nicht nur in Deutschland, wo die beiden Gruppen in 4.297 Discountmärkten insgesamt 22,2 Milliarden Euro umsetzen, sondern auch weltweit. Aldi Süd ist für Großbritannien, Irland, Österreich, die Schweiz, Slowenien, Ungarn, Australien und die USA zuständig, während Aldi Nord seine Ware in Belgien, Dänemark, Frankreich, Luxemburg, Niederlande, Polen, Portugal und Spanien anbietet.

So befindet sich z.B. die dänische Kette Aldi Marked jeweils zur Hälfte im Besitz der in Seevetal gemeldeten HUTHA Holding GmbH und WEBA Holding GmbH. Hinter diesen Holdings stehen wiederum die Lukas und die Jakobus Stiftung und damit die Herren Theo und Berthold Albrecht, deren Initialen sich auch in den Kürzeln HUTHA und WEBA wieder finden.

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