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Zwanzig Jahre Erfolg für „TV Movie“



In diesem Dezember wird „TV Movie“ zwanzig Jahre alt. Das Blatt erschien zum ersten Mal im Dezember 1991 in der Bauer Media Group und galt zunächst als schlichte Kopie der Programmzeitschrift „TV Spielfilm“, herausgegeben in der Hamburger Milchstrasse. „TV Spielfilm“ hatte die Tür zum Markt der 14-täglichen Programmzeitschriften bereits Ende 1990 eindrucksvoll aufgestoßen und erreichte schon 1991 eine verkaufte Auflage von 918.244 Exemplaren im Jahresdurchschnitt.

Springer verpasste den Einstieg

TV Spielfilm öffnete den Markt der 14-Täglichen

TV Spielfilm war der Vorreiter

Für Bauer und Springer, die Herrscher im Markt der wöchentlichen Programmzeitschriften, kam der Erfolg des 14-täglichen Programmies „TV Spielfilm“ ziemlich überraschend. Gerade hatte man sich im wöchentlichen Markt mit den verschiedenen Preiskategorien sportiv, aber gelassen, eingerichtet, da kommt ein Störenfried und sorgt für Aufregung. Bei Springer folgte auf die Phase des ungläubigen Staunens jene der Entscheidungschwäche, welche durch die Unruhen im Vorstand noch verlängert wurde, bis es hieß, nun sei es eh’ zu spät, und als Dritter im Markt hätte man ja kaum noch eine Chance. Auch bei Bauer dauerte der Kopiervorgang immerhin etwa 16 Monate. Dann aber gelang mit „TV Movie“ ein guter Wurf. Schon 1992 wurde „TV Spielfilm“ von „TV Movie“ überholt. Die jüngere Konkurrentin fand schnell ein eigenes Profil und verkaufte im Jahresdurchschnitt 1.637.408 Exemplare – rund 320.000 Hefte mehr als der Erstling.

Ein neuer Markt entsteht

TV Movie feiert Jubiläum

Bauers Me-too-Titel gelang besser als das Original

Die Auflagen beider Zeitschriften stiegen ständig, wobei „TV Movie“ die Nase (ganz ohne Nasenkorrektur) immer knapp vorne hatte. Offenbar schafften es auch beide Titel, jüngere Käufer zu gewinnen, was der wöchentlichen Konkurrenz einfach nicht gelang und deshalb auch Anzeigenkunden wie Werbeagenturen für die Newcomer einnahm. Kurz: Sprach die Branche über Programmzeitschriften, so meinte sie natürlich die beiden 14-täglichen.

Gruners „TV Today” kommt nicht in Fahrt

1994 versuchte sich Gruner + Jahr, eher unerfahren im Genre Programmzeitschriften, mit dem Titel „TV Today“ in dem aufstrebenden Markt der 14-täglichen. „TV Today“ sollte sich dem Fernsehzuschauer mit einem anderen, anspruchsvolleren Konzept nähern. Das war womöglich ein Widerspruch in sich, denn als im Jahr 1998 die Auflagenentwicklung ihren Höhepunkt fand, lag „TV Today“ mit 1.373.576 durchschnittlich verkauften Heften abgeschlagen hinter der Konkurrenz. „TV Movie“ verkaufte im Jahresdurchschnitt 2.792.740 und „TV Spielfilm“ 2.671.177 Exemplare. Doch auch für die beiden Helden ging es von nun an bergab.

Marktschädlinge Billigtitel

Durch den ungebremsten Verdrängungswettbewerb wiederholte sich ein Fehler, der schon zur Beschädigung des Marktes der wöchentlichen Programmies geführt hatte: die Einführung von Billigtiteln. So war das damals: Mit der Zeitschrift „Die 2“ eröffnete der Gong Verlag 1983 ein Niedrigstpreissegment, welches noch im selben Jahr von Springer mit „Bildwoche“ und Bauer mit „Auf einen Blick“ bedient wurde. Schon 1984 büßten die sechs etablierten Titel „Hörzu“, „TV Hören und Sehen“, „Funk Uhr“, „Fernsehwoche“, „Bild + Funk“ sowie der „Gong“ zusammen 1.126.164 Exemplare ein.

Sinkflug der Boliden

TV 14 startete zur Abwehr der Billigtitel

Heute die Nummer eins: TV 14

Ende der 90er wollte der Gong Verlag dann unbedingt auch an dem prosperierenden 14-täglichen Markt teilhaben und dies eben nicht mit einem neuen konzeptionellen Ansatz, sondern vielmehr über einen günstigeren Copy-Preis. Im November 1998 startete mit „TV direkt“ eine niedrigpreisige 14-tägliche Programmzeitschrift die ab Februar 1999 von Bauer mit „TV 14“ gekontert wurde. Es wurde ein Preissegment eröffnet, das den Höhenflug der Boliden „TV Movie“ und „TV Spielfilm“ jäh bremste und zu einem, bis heute anhaltenden, Sinkflug beitrug.

Springer nutzt den Premiere-Bonus

TV Digital

Dank des Premiere-Deals konnte Springer doch noch hoch ins Spiel einsteigen

Im März 2004 drängte Springer mit „TV Digital“ in den 14-täglichen Markt. Der Bezahlsender Premiere unter der Regie von Dr. Georg Kofler beschloss die eigene Programmzeitschrift „tv Kofler“ einzustellen und durch „TV Digital“ als Beigabe für die Premiereabonnenten zu ersetzen. So gelang Springer letztlich doch noch der Eintritt in den Markt der 14-täglichen Programmies. „TV Digital“ startete mit 1.127.544 verkauften Exemplare im Jahreschnitt und übt bis heute durch mittlerweile 1.795.796 Exemplare zusätzlichen Druck aus. Als sei das noch nicht genug, tummeln sich noch einige Merkwürdigkeiten in diesem Segment. Diese, falls sie überhaupt von der IVW erfasst werden, liegen jedoch deutlich unter 300.000 verkauften Exemplare.

TV Spielfilm“ und „TV Today“ gehören heute zu Hubert Burda Media und der Gong Verlag („TV direkt“) zur WAZ-Gruppe; mit der Bauer Media Group („TV Movie“ und „TV 14“) und der Axel Springer AG („TV Digital“) sind also nur noch die vier Big Player im Wettbewerb der 14-täglichen Programmzeitschriften.

TV Movie” behauptet Platz 3 in der Gattung

Zwanzig Jahre „TV Movie“ bedeuten zwanzig Jahre erfolgreicher Wettbewerb mit dem Erzrivalen „TV Spielfilm“ (verkaufte Auflage: 1.127.292 Exemplare), permanente Abwehrschlachten gegen Billigblätter und mit 1.342.396 verkauften Heften im dritten Quartal 2011 den 3. Platz unter allen von der IVW erfassten Programmzeitschriften (hinter „TV 14” und „TV Digital”) - Respekt!

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