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Altersbeschränkung (FSK) und Jugendschutz im Internet – Was heißt das, und wer entscheidet?



FSK ist nichts anderes als „Die freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH“. Sie ist eine Einrichtung, die von der SPIO, der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, getragen wird und hauptsächlich auf der Grundlage des Jugendschutzgesetzes arbeitet. Auch wenn die FSK aus der SPIO heraus entstanden ist, agiert sie doch als unabhängiges Unternehmen, das von keiner anderen Organisation inhaltlich beeinflusst wird.

Feste Kriterien für die Festsetzung der Altersfreigabe gibt es nicht. Im Vordergrund steht immer das Wohl der Jüngsten. Folgende Beurteilungskriterien werden vom Prüfausschuss in den Blick genommen: Bedeutung einzelner Szenen in Relation zum gesamten Film, Fiktionalität oder Realitätsnähe, jugendschutzrelevante Inhalte wie Gewalt, Drogen, Sexualität, Rollenbilder, Verhältnis von spannungsreichen zu entlastenden Szenen sowie Identifikationsfiguren, Helden und die Aussage des Films. Für die Altersfreigabe eines Films spielen Wirkungsrisiken wie Beeinträchtigung aufgrund von Ängstigung, Übererregung, negative Vorbildverhalten oder Desorientierung die entscheidende Rolle. Zu jedem aktuellem Kinofilm wird ein Schriftstück angefertigt, das die gewählte Altersfreigabe nachvollziehbar begründet. Diese Freigabebegründungen können öffentlich eingesehen werden und finden sich auf der offiziellen SPIO-Internetseite wieder.

Altersstufen – Beurteilungskriterien – Besonderheiten

FSK ab 0
Filme u. ä. mit dieser Kennzeichnung dürfen keine bedrohlichen Situationen beinhalten. Problematische Zustände müssen umgehend positiv gelöst werden. Auch schnelle Schnittfolgen, laute Geräusche und dunkle Bilder sind tabu. Denn all das kann bei Kindern bis 6 Jahren Ängste mobilisieren, mit denen sie nicht umgehen können.

FSK ab 6
Sechsjährige fühlen noch voll und ganz mit ihren Filmhelden mit. Erst mit etwa 9 Jahren können Kinder zwischen realen und fiktiven Handlungen unterscheiden. Kurze Spannungsmomente werden mit 6 gut verkraftet. Diese dürfen jedoch nicht nachwirken und müssen für die Helden gut ausgehen.

FSK ab 12
Zwölfjährige unterscheiden zwischen Film und Realität und verarbeiten das Gesehene rational. Thriller und Science-Fiction sind ihnen schon zumutbar, gewaltgeladene Actionfilme hingegen nicht. Gesellschaftliche Themen, seriös bearbeitet, können gut für die Bewusstseins- und Meinungsbildung sein. Destruktives, antisoziales Verhalten hingegen hat in dieser Altersfreigabe nichts zu suchen.
Das Besondere: Filme mit dieser Kennzeichnung dürfen auch von Kindern ab 6 Jahren geschaut werden, wenn die Youngster von einem Erziehungsberechtigten begleitet werden.

FSK ab 16
Jugendliche ab 16 besitzen schon eine gewisse Medienkompetenz. Sozial schädigendes Material ist hier aber fehl am Platz.

FSK ab 18
Hier darf keine einfache (DVDs und Blu-rays) oder schwere (Kinofilme) Jugendgefährdung vorliegen. Dann wird der Film für Personen ab 18 freigegeben.

Keine Kennzeichnung
„Keine Kennzeichnung“, also keine Freigabe, stellt kein Aufführungsverbot dar. Kinos können auf eigenes rechtliches Risiko den Film vorführen – allerdings nur vor Erwachsenen. Kommt ein Gericht – beispielsweise nach einer Anzeige – zur Auffassung, dass es sich um einen „schwer jugendgefährdenden Film“ handelt, sind unter anderem Werbung und Ankündigung gesetzlich verboten und daher strafbar.

Jugendschutz im Internet

In Zeiten von Video on Demand (VOD) und unbegrenztem Internetsurfspaß liegt die Verantwortung für ihre Kinder mehr denn je bei den Eltern. Hilfe gibt es in Form von Jugendschutzsoftware z. B. auf sicher-online-gehen.de. Aber genauso wichtig sind Aufklärung und Interesse. Laut einer Umfrage des Videoportals Maxdome wollen 51 Prozent wissen, was ihre Kinder – egal welcher Altersklasse – sich anschauen. 40 Prozent nutzen VOD, um gezielt nach pädagogisch wertvollem Material zu suchen. 42 Prozent der VOD-Nutzer entscheiden sich bewusst für dieses Format, weil sie so selbst eine Auswahl treffen und auf diese Weise den Fernsehkonsum ihrer Kinder besser kontrollieren können. So werden beispielsweise bei Maxdome alle Serien mit FSK Empfehlung eingestellt. 54 Prozent der Befragten sind sogar der Meinung, dass der Video-on-Demand-Konsum den Lernprozess ihrer Kinder fördert.

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