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Glosse: „Brigitte“ fördert Bevölkerungswachstum



Seit einem Jahr arbeitet Brigitte mit sogennanten Laienmodels auf dem Titel und hat damit mehr Erfolg als auf den ersten Blick erkennbar ist. Ein Auflagenzuwachs nach IVW von über 9.000 Exemplaren des Einzelverkaufs-Inland im Jahresdurchschnitt von 2009 auf 2010 wird in Zeiten der Auflagenerosionen mit Recht gefeiert.

Brigitte befoerdert Bevoelkerungswachstum

Dr. Felix Friedlaender

Den sensationellen zweiten Blick lieferte der Verlagsleiter der Verlagsgruppe Brigitte, Dr. Felix Friedlaender, dem dnv-Onlinedienst: „Insgesamt griffen im vergangenen Jahr am Kiosk knapp 210.000 mehr Käufer zu einer Brigitte-Ausgabe als vor dem Start von Ohne Models!“ Allein schon die Formulierung „von Ohne…“ unterstreicht den innovativen Anspruch dieser Darstellung. Dr. F. hat das Naheliegende gesucht und gefunden: die schlichte Addition der Heftauflagen! Es ist unglaublich, dass bei allen Bemühungen der Medienhäuser in den vielen Jahrzehnten seit dem Krieg noch niemand auf diese Idee gekommen ist.

Keiner wird behaupten können, es handele sich dabei um 210.000 Einzelpersonen und hier wird es interessant. Wenn z. B., nennen wir sie Puttchen Brammel, wenn also Puttchen im Jahr 2010 erstmalig drei Ausgaben der Brigitte kauft, weil ihr die Models von nebenan so gut gefallen, dann wird sie in der Rechnung von Dr. Friedlaender dreimal gezählt. Sie verdreifacht sich also. Spätestens an diesem Punkt soll die Bertelsmann Stiftung aufmerksam geworden sein und der Bundesregierung signalisiert haben, dass offenbar ein mathematisches Mittel gegen das ungenügende Bevölkerungswachstum gefunden wurde.

Ein Problemchen wäre allerdings noch zu lösen: Wenn nun ein Titel wie der Stern im Vergleich des Jahresdurchschnittes 2009 vs. 2010 ganze 22.502 Käufer im Einzelverkauf-Inland verliert, so hätte er nach der Friedlaenderschen Formel überhaupt keine Käufer mehr in der IVW. Im Gegenteil, er müsste etwa eine Million Käufer auf eigene Kosten herbeischaffen damit die IVW wieder stimmt. Einem Ondit zufolge arbeitet Gruner+Jahr bereits an dem Phänomen dieser Käuferimplosion.

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