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Grosso macht Bauer HAPPI



Magazin-Cover

Seit 3. März im Handel: "Mein TV und ich"

Wie wertvoll das vielgescholtene deutsche Grossosystem für die Verlage ist, hat nun just die Bauer Media Group erfahren dürfen, die bekanntlich mit den Großhändlern besonders hart im Clinch liegt: Am Dienstag, dem 1. März, kündigte das Medienhaus den Start der ambitionierten Frauen- und Programmzeitschrift Mein TV und ich an. Tags drauf standen die Paletten mit dem Titel bereits bei den Grossisten auf dem Hof – stolze 750.000 Exemplare. Und schon einen Tag später, am Mittwoch, wurden zwischen 70- und 80.000 Presseverkaufsstellen damit beliefert, ohne nennenswerte Probleme. Den qualifizierten Verteiler hatte das Grosso in Windeseile zusammengestellt und sich dabei an dem des Konkurrenzblattes TV für mich aus der WAZ-Gruppe orientiert. „So etwas funktioniert nicht, wenn Verlage Einzelgänge forcieren und den Handel stärker in die Entscheidung einbinden wollen, welche Titel ins Regal kommen und welche nicht“, betont ein Großhändler mit Blick auf die von Bauer jüngst lancierte und in der Branche höchst umstrittene „LEH-Offensive“.

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15.000 zusätzliche Verkaufsstellen: "Das Neue"

Reibungslos lief laut Grosso vor einigen Wochen auch die Ad hoc-Aktion für das Bauer-Weekly Das Neue (EV-Auflage IVW IV/2010: 164.000 Exemplare), als im Rahmen einer Marketing-Maßnahme (u. a. wurde der Copypreis eine Zeitlang von 1,50 auf 1 Euro gesenkt) mal eben ganz schnell der Händler-Verteiler bundesweit um 15.000 Verkaufsstellen erweitert werden sollte.

Und auch davon, dass im deutschen Vertriebssystem kleine Nischentitel ebenfalls eine Chance bekommen, profitiert Bauer. Das seit Mitte 2010 zweimonatlich erscheinende „Mindstyle Magazin“ mit Namen Happinez (Druckauflage zum Start: 150.000 Exemplare) wurde vom Grosso tatkräftig unterstützt, so dass sich jetzt erste Erfolge abzeichnen, wie aus einem Brief der Bauer Vertriebs KG zu entnehmen ist. Darin bedanken sich Kerstin Gajewi (Vertriebsleitung Grosso/Einzelhandel) und Bianca Schwarz (Vertriebsleitung Happinez) „ganz herzlich“ bei den Großhändlern. „Sie und Ihre Kollegen haben verschiedenste Wege gefunden, HAPPINEZ im Einzelhandel und bei Lesern anzupreisen – wie zum Beispiel durch Auslobung des Titels in Ihren Rundschreiben als Tipp der Woche oder Top-Titel“, schreiben sie. Nach Recherchen von Media Tribune verkauft das Magazin im Grosso rund 30.000 Exemplare (Copypreis: 4,95 Euro). Gajewi: „Besonders die Information über die richtige Platzierung des Heftes, vielfach sogar als Zweitplatzierung im Kassenbereich, hat Früchte getragen.“

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Vom Grosso gepusht: "Happinez"

Ungewohnt freundliche Töne also seitens des Großverlags. Es ist bald Frühlingsanfang. Sind das vielleicht zarte Zeichen für beginnendes Tauwetter und ein Ende der Eiszeit? „Das wäre übertrieben“, so ein Verlagschef aus dem Wettbewerbsumfeld. Im Grosso-Streit um die Handelsspannen sei bislang keine Einigung mit den Hamburgern in Sicht. Dem Vernehmen nach seien die Gespräche zwar mit allen anderen Verlagen weit fortgeschritten und könnten in den nächsten Wochen zum Abschluss kommen. Es werde wohl eine Vereinbarung geben, die dem Bonifikationsmodell, das die Axel Springer AG Ende vergangenen Jahres mit dem Bundesverband Pressegrosso aushandelte, sehr ähnelt. „Doch Bauer geht einen eigenen Weg – leider“, sagt ein Springer-Manager. Mit Bauer werde es seiner Ansicht nach lediglich zu einer Übergangsregelung kommen, bis die juristischen Auseinandersetzungen beendet seien.

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