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Gruner + Jahr muss besser werden“



Die vier größten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenkonzerne setzten 2012 fast 10,2 Milliarden Euro um und legten damit im Schnitt fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr (9,7 Mrd.) zu. Im Zehn-Jahres-Vergleich wuchsen die „Top Four“ sogar um ein Sechstel gegenüber dem Jahr 2002 (8,7 Mrd.). Die einzelnen Häuser entwickeln sich im neuen Jahrtausend allerdings sehr unterschiedlich (siehe Tabelle).


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Der einstige Branchenprimus Gruner + Jahr wurde inzwischen nicht nur von der Axel Springer AG überholt, sondern 2012 auch von Hubert Burda Media (siehe Media Tribune vom 28. März). Vermutlich verliert die Bertelsmann-Tochter am Ende des laufenden Geschäftsjahres sogar noch die Bronzemedaille an den international expandierenden Stadtrivalen Bauer Media Group.

Den „leichten Umsatzrückgang“ führt der G+J-Vorstand auf „Umsatzverluste in den Anzeigenmärkten für Publikumszeitschriften in Deutschland und anderen europäischen Ländern“ zurück. Damit nicht genug: Im Dezember 2012 wurde die Wirtschaftszeitung „Financial Times Deutschland“ aufgrund „fehlender wirtschaftlicher Perspektive“ liquidiert. Außerdem wurden Anfang 2913 die Magazine „Börse Online“ und „Impulse“ verkauft.

Während Gruner + Jahr schrumpft, bleiben die Wettbewerber im Printgeschäft stabil und wachsen international (Bauer) sowie auf den digitalen Parallelmärkten (Springer und Burda). Deshalb bläst das dreiköpfige Vorstands-Kollektiv nun zur Aufholjagd.

Julia Jäkel-Wickert (41), seit September 2012 im Vorstand für das Deutschland-Geschäft verantwortlich, kündigt an: „Wir wollen das führende Haus der Inhalte sein, das in der digitalen Welt erfolgreich ist. Dazu müssen wir besser, schneller, effizienter und digitaler werden.“

Der seit 2004 für die Auslandsaktivitäten zuständige Dr. Torsten-Jörn Klein (49) ist sicher: „Wie das Jahr 2012 wird auch die Zukunft von Restrukturierungen unserer Print-Geschäfte geprägt sein, gepaart mit erhöhten Investitionen in die digitale Transformation.“

Finanzvorstand Achim Twardy (52), seit August 2001 an der Spitze, meint: „Gruner + Jahr betreibt weiterhin ein operativ profitables Geschäft und wird auch in 2013 alles in Bewegung setzen, um ein starkes, zukunftsfähiges Medienunternehmen zu bleiben.“

(Autor: Jens J. Meyer)

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