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Gruner + Jahr: Jamie leckt den Löffel ab



Ganz schön frech schaut der britische Koch James („Jamie“) Trevor Oliver vom Titel der ersten deutschen Ausgabe von „Jamie“. Seit dem 10. März liegt das Magazin im Handel und soll fortan „mehr Leben in die Küche” (Untertitel) bringen. Dass Gruner + Jahr („Essen & Trinken”, „Essen & Trinken für jeden Tag”, „Beef”) ausgerechnet einen englischen Koch als Geschmacksverstärker für den deutschen Magazinmarkt engagiert, hat seinen Grund weniger in der frugalen Inselküche denn in der internationalen Popularität von Jamie Oliver.


James

Jamie Oliver präsentiert Leckeres und Persönliches


Oliver lernte das Kochen in London im College. Danach arbeitete er im Restaurant von Gennaro Contaldo auch mit Tim Mälzer zusammen. Später entdeckte ihn das Fernsehen, und er wurde mit seiner TV-Sendung „The Naked Chef“ schlagartig bekannt. 2002 gründete er im Rahmen der Sendung „Jamie’s Kitchen“ das Restaurant „Fifteen“ und gab hier sozial benachteiligten Jugendlichen die Möglichkeit, das Kochen zu erlernen, um in der Gastronomie arbeiten zu können. Für sein soziales Engagement wurde Jamie Oliver 2003 zum Member of the Order of the British Empire ernannt. Die Jamie Oliver Ltd. bedient heute eine breite Medienpalette von Buch und Zeitschrift bis DVD und TV.

Das deutsche „Jamie“-Magazin kommt auf matt gestrichenem Papier daher. Dadurch wirken die Farben etwas zurückgenommen und benachteiligen häufig die Foodfotos. Auf dem Titel – in Pink und einem schrillen Grünton – gönnt man sich eine Drucklackierung des Logos. Diese äußere Anmutung ist für deutsche Foodmagazine neu, ja: überraschend.

Menschelnde Reportagen und Foodthemen

Italien als Schwerpunktthema des ersten Heftes ist gut gewählt, da Nudeln & Co als absolute „Bringer“ bei Foodtiteln gelten. Der Innenteil ruht auf zwei Säulen: Reportagen und Food. Die Reportagen drehen sich natürlich auch um das Thema Essen und Trinken, nur werden sie als Lesestoff in Form von Restaurantbesuchen, Interviews oder Führung durch Venedig angeboten. Bei Food geht es direkt zur Sache mit Themen wie „Kleine Küche“, „Pastasaucen“ und „Frittieren“. Es menschelt sehr im Blatt - mit Jamie oder Jamie und seinen Freunden. Sogar Jamies Töchter lassen sich beim Bemalen von Ostereiern bewundern. Jamies Rezepte verlangen entweder Talent oder gewisse Vorkenntnisse; in jedem Fall sollte man eine ordentliche Auswahl an Zutaten parat haben.

Aufmachung, Inhalt sowie der Anchorman des Blattes zielen vor allem auf junge Käufer. Dem steht allerdings die Komplexität vieler Rezepte und Zubereitungen etwas entgegen. Aber das zweimonatliche Erscheinen lässt ja genügend Zeit für kleine Korrekturen, damit Jamie noch viele Ausgaben am Löffel lecken darf und ihn nicht zu früh abgeben muss. (Copy-Preis: € 4,90; Heftumfang: 132 Seiten; Anzeigenpreis: Sw/4c €12.500; Druckauflage: 100.000 Exemplare)

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