Anzeige
Anzeige

Impulse“-Neuverleger Förster will Mitarbeiter am Gewinn beteiligen



Am Erfolg ihrer Firma teil zu haben, ist für Mitarbeiter eine wichtige Motivationsquelle, und auch für die Kapitalbeschaffung bietet diese Finanzierungsform viele Vorteile“, schrieb „Impulse“-Chefredakteur Dr. Nikolaus Förster (44) vor zwei Jahren in einem Beitrag für den Wirtschaftstitel. Nun setzt er diesen Gedanken für sein eigenes Unternehmen um. Hintergrund: Im Januar dieses Jahres hat er das Magazin in einem Management-Buy-Out aus dem Verlag Gruner + Jahr herausgelöst und dafür die Impulse Medien GmbH gegründet. Förster hält daran die Mehrheit. Minderheitsgesellschafter ist der Hamburger Kaufmann Dirk Möhrle (49), der bis 2005 sieben Jahre die damals im Familienbesitz befindliche Baumarktkette Max Bahr führte, nach dem Verkauf an Praktiker eine stattliches Vermögen machte und heute vor allem mit seiner Möhrle Group Immobilienprojekte entwickelt.

Förster und Möhrle bieten den Mitarbeitern der Impulse Medien GmbH eine stille Beteiligung an. Dafür sei eine Mitarbeiter-GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts) eingerichtet worden. Jeder der 20-köpfigen Belegschaft könne bis zu einem Höchstbetrag Kapital einlegen und erhalte im Gegenzug eine Gewinnbeteiligung sowie eine Verzinsung, die weit attraktiver sei als beispielsweise die eines Sparbuchs. Ein Mitspracherecht steht dem Mitarbeiter allerdings nicht zu. „In der Regel kann die Mitarbeiterbeteiligung motivierend auf die Angestellten wirken“, schrieb Förster in dem erwähnten Artikel. „Laut Firmen, bei denen Mitarbeiter beteiligt sind, identifizieren sich die Angestellten stärker mit dem Unternehmen, arbeiten motivierter und sind flexibler.“

Überhaupt will der Verleger, Chefredakteur, Geschäftsführer und Hauptgesellschafter in Personalunion mit „Impulse“ ganz neue Wege gehen und alte Zöpfe abschneiden: „Wir haben keine Lust, alles so zu machen, wie es immer war – und der angeblichen Logik des Marktes zu folgen“, sagte er am Mittwoch, 27. Februar, im Rahmen eines Pressegesprächs. So staffelt das Magazin Anzeigenpreise künftig nach Firmengröße (je kleiner die Zahl der Mitarbeiter, desto günstiger die Anzeige) und verzichtet komplett auf Aboprämien.

Außerdem kamen zum Start der Impulse Medien GmbH sämtliche Dienstleistungsverträge und Ausgabe-Posten auf den Prüfstand. „Wir haben die Druckerei gewechselt, drucken jetzt beim Familienunternehmen Neef + Stumme mit sehr viel höherer Papierqualität im Offset- und nicht mehr im Tiefdruckverfahren“, so Förster. Dadurch ließen sich sogar Kosten sparen.

Der Umzug aus dem G+J-Gebäude verschaffte ihm ebenfalls finanziell Luft. In den modern hergerichteten Räumlichkeiten des denkmalgeschützten Industriehofs Hamburg-Hammerbrook residiert der Verlag nun auf ca. 800 Quadratmetern. Bei G+J musste die Mannschaft etwa mit der Hälfte der Fläche auskommen. Dennoch sei bei Gruner die Miete mehr als doppelt so hoch gewesen wie jetzt.

Und auch das Vertriebsmarketing für „Impulse“, das nach wie vor in den Händen der G+J-Tochter DPV Deutscher Pressevertrieb liegt, wurde deutlich günstiger. „Wir haben neue Verträge mit DPV abgeschlossen“, so Förster. Auf genaue Zahlen wollte er nicht eingehen. Nach Informationen von Media Tribune zahlen G+J-eigene Titel im Rahmen des Konzern-Umlageverfahrens durchschnittlich ein Vielfaches von dem, was einem externen Kunden berechnet wird. Das ist allerdings in anderen Häusern mit angeschlossenem Vertriebs-Profitcenter genauso.

Die Befreiung von der Konzern-Umklammerung hat den Gesellschaftern der Impulse Medien GmbH also deutliche finanzielle Vorteile verschafft. Nur einen Posten ließ Förster nach eigenen Angaben unberührt: die Personalausgaben. Er habe jeden Mitarbeiter zu den gleichen Konditionen übernommen, die sie bei G+J hatten.

Mit der jetzigen Kostenstruktur ließe es sich nach Angaben der Gesellschafter gut leben. „Wir schreiben schwarze Zahlen“, betonte Miteigentümer Möhrle beim Pressetalk. „Und wir sind schuldenfrei.“ Er sei sicher, dass „Impulse“ auch in 20 Jahren noch existieren werde. Warum G+J den Titel aufgegeben habe, sei für ihn nicht nachvollziehbar.

Media Tribune Premium-Content
Anzeige  

MEDIA TRIBUNE UNTERSTÜTZEN

AKTUELLE KOMMENTARE

Anzeige
Anzeige

© 2017 Media Tribune. All Rights Reserved.