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Modeschmuck



Im Zeitschriftengeschäft gilt das dritte Quartal eines jeden Jahres als eher leseintensiv und sorgt so für starke IVW-Meldungen der Titel, während das vierte Quartal dagegen in der Regel etwas abfällt. Dass jedoch die Mitte 2012 von Bauer erworbenen Pretiosen aus dem Fachgeschäft des Schweizer Kollegen Jürg Marquard (67) innerhalb eines Quartals einen derart hohen Wertverlust hinnehmen müssen, ist bemerkenswert. So verlieren „Joy“ und „Shape“ jeweils rund 33, Flaggschiff „Cosmopolitan“ sogar fast 54 Prozent ihrer Auflage im Einzelverkauf (sonst eine Bauer-Domäne) vom dritten auf das vierte Quartal 2012. Auch der Jahresvergleich fällt nicht viel besser aus: „Cosmopolitan“ und „Joy“ verlieren 41 bzw. 23 Prozent im Geschäft gegen Bares. Wenigstens „Shape“ bleibt bei einem Verlust von drei Prozent im Einzelverkauf etwa stabil.


Marquardt-Tabelle


Mittleren Verlagen mit hochwertigen Magazinen fliegen gern die Herzen der Branche zu - besonders jene der Werbe- und Mediaagenturen. Das ist verständlich, schließlich ist besonders die Avantgarde gern auf der Seite des Kleineren oder vermeintlich Schwächeren. Üppige Anzeigenvolumina dieser opulent aufgemachten Zeitschriften erklären sich wohl eher aus einer luxusumwölkten Aura denn aus drögen Leistungswerten wie der Einzelverkaufsauflage. Wechselt ein Blatt aus einer kleinen Schmiede in einen großen Betrieb, so genießt es dort oft nicht mehr die ungeteilte Aufmerksamkeit. Als Exoten in einer von Kennziffern, Leistungsdaten und Kontrollmechanismen durchdrungenen Verlagswelt haben es das Magazin und seine Macher nicht leicht, die Eleganz und Leichtfüßigkeit des bisherigen Marktauftrittes beizubehalten und nicht von einer Perle zu bloßem Modeschmuck zu mutieren.

(Text: Karsten Streubel / Jens J. Meyer)

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