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05/13 | Bauer, Burda, Gruner oder Springer – wer hat die meisten Frauen in Führungspositionen?



Imagefaktor Frau

Die Frauenquote ist zunehmend auch in Verlagskreisen ein heißes Thema. Je höher der Anteil weiblicher Führungskräfte, desto besser das Arbeitgeberimage – so die Erwartungshaltung. Anlass für „Media Tribune“, mal genau hinzusehen. Das Ergebnis unter den „Big Four“: Bauer und Burda liegen in den Redaktionen weit vorn, Gruner steht im Verlagsmanagement gut da, Springer landet in beiden Kategorien souverän auf dem letzten Platz.

En detail: In den Redaktionen sind bei Bauer 56,5 Prozent der Chefs weiblich, bei Burda 51,1. Gruner kommt nach eigenen Angaben in den Positionen Chefredaktion inklusive Stellvertreter auf einen Frauenanteil von nur etwa 26 Prozent (ohne Tochter Motor Presse Stuttgart, sonst würde der Anteil geringer ausfallen). Springer fällt mit 6,2 Prozent Frauen in der Chefredaktion weit ab.

Noch maskuliner sieht es bei Springer auf der Geschäftsführer-Etage aus: keine Frauen. Bei Bauer sind es 9,1 Prozent, im Hause Burda immerhin 27,4 Prozent. Gruner übernimmt mit 37,1 Prozent Frauenanteil (Verlagsangabe) die Spitze, allerdings werden hier nicht nur die Verlagsgeschäftsführer, sondern auch die einzelnen Objekt-Verlagsleiter mit einbezogen, also jene Ebenen (intern „VS-1“ bis „VS-3“ genannt) unter dem Vorstand, die laut Gruner „durchaus auch im juristischen Sinne unternehmerische Verantwortung“ für Titel, Titelgruppen oder ganze Geschäftseinheiten haben. Dadurch wird das Bild etwas verfälscht. Denn mit dieser Erweiterung auf Verlagsleiter würden wohl auch Bauer und Burda eine ähnliche Frauenquote wie Gruner erreichen. So gab Verlegerin Yvonne Bauer (36) vor einigen Tagen im Gespräch mit Bundesministerin Dr. Kristina Schröder (35) bekannt, dass die Bauer Media Group in Deutschland insgesamt (Redaktion und Verlag) auf einen Frauenanteil von 55 Prozent komme.

Klarer ist die Sache auf Vorstandsebene: Im Vergleich der beiden „AGs“ Springer und Gruner kommt seit dem Wechsel von Julia Jäkel-Wickert (36) in das Gremium Gruner mit einer aktuellen Quote von 2:1 (zwei Männer, eine Frau) bzw. einem Anteil von 33 Prozent besser weg. Die fünf Springer-Vorstände sind allesamt männlichen Geschlechts. Sie kommen allerdings auf insgesamt 381 Monate Vorstandszeit (durchschnittlich 76 Monate pro Person), während Gruners Führungsriege zusammen erst zehn Monate Erfahrung auf sich vereint (durchschnittlich drei Monate pro Person).

Anderes Bild im Aufsichtsrat: Springer kommt mit einer Quote von 7:2 auf einen Frauenanteil von 22 Prozent, Gruner (10:2) lediglich auf 17 Prozent.

Und noch etwas für Statistik-Fans: Gruner-Mutter Bertelsmann liegt mit 33 Prozent Frauenanteil im Vorstand (4:2) und 18 Prozent im Aufsichtsrat (14:3) mit der Tochter nahezu gleichauf.


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Media Tribune QuizMedia Tribune-Quiz: Welcher Vorstandsvorsitzende trat sein Amt an, ohne bereits Mitglied dieses Organs gewesen zu sein?
a) August A. Fischer
b) Bernd Kundrun
c) Thomas Ostrowski


Antwort anzeigen »

a) August A. Fischer

Gus Fischer, der Eidgenosse mit dem britischen Pass, kam am 1. Januar 1998 zu Springer und blieb offiziell vier Jahre. Zuweilen blieb er tagelang in London und schwebte nur zur Stippvisite in Berlin ein. Deshalb bekam er den Spitznamen „Di Mi Do“.


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