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Spiegel, Bunte, Stern: Oldies but Goldies



Spiegel, Bunte und Stern sind die erfahrenen Riesen unter den „Aktuellen“. Sie sind vergleichsweise resistent gegen die Tücken des Marktes und die Launen der Konjunktur. Dennoch - in den ersten, recht unruhigen zehn Jahren dieses neuen Jahrhunderts haben auch sie den Wind von vorn bekommen.

Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron

Spiegel-Duo Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron

Im Vertriebsmarkt kann der Spiegel die hohen Verluste von 2001 bis zum Jahr 2010 mit 189.660 Exemplare im Einzelverkauf (EV) durch eine außerordentliche Steigerung der Abo-Auflage (+113.175) etwas kompensieren und sich am besten von allen dreien behaupten.

Die Bunte beklagt im gleichen Zeitraum mit 142.050 Exemplaren die geringsten Verluste im EV. Der Stern verliert die „Abstimmung mit den Füßen“ und verkauft 209.857 Hefte weniger im Einzelverkauf als noch vor zehn Jahren. Bei Bunte und Stern ist die Abo-Auflage nahezu stabil geblieben.

Patricia Riekel

Bunte-Chefin Patricia Riekel


Auch das Anzeigengeschäft verlief für die Bunte erfreulich: 2001 hatte das Magazin 1.781 Anzeigenseiten (ohne Beihefter). Im Geschäftsjahr 2010 erzielte sie mit 2.062 Seiten ein zartes Plus von 281 Anzeigenseiten. Spiegel und Stern fielen von 5.138 bzw. 4.536 Seiten im Jahr 2001, also von einem wesentlich höheren Level als Bunte, auf 2.227 (Spiegel) und 2.446 (Stern) Anzeigenseiten im Gesamtjahr 2010 zurück.

Andreas Petzold und Thomas Osterkorn

Stern-Macher Andreas Petzold und Thomas Osterkorn

Zunehmender Kostendruck sowie die Verluste im Anzeigenvolumen führten bei Spiegel und Stern zu Korrekturen der Heftumfänge. Während Bunte das redaktionelle Angebot bei einer Reduzierung von 113 Seiten per annum (durchschnittlich ca. 2 Seiten weniger pro Ausgabe) nahezu beibehält, gehen die Redaktionsumfänge bei Spiegel und Stern um 843 bzw. 1.078 Seiten zurück (16 bzw. 21 Seiten pro Ausgabe).

Fazit: Diese großen Magazine haben sich so manche Schramme geholt und stehen trotz Web, App, Twitter & Co. sicher und fest in der Medienlandschaft. In Zeiten, in denen ein rasend schneller Takt den Rhythmus vorgibt, ein Mobiltelefon zum besten Freund wird und Deppenfernsehen höchste Einschaltquoten erzielt, in diesen Zeiten schlagen sich die vergleichsweise ruhigen Goldies immer noch sehr beachtlich im Leser- wie im Anzeigenmarkt.

Sie verdienen das Geld für die virtuellen Geschäftsmodelle der Medienhäuser und machen dabei nicht selten den Unterschied zwischen sinnvollem Inhalt und sinnfreiem Content deutlich.

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