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Dramatische Rochaden im Ranking der deutschen Großverlage

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„Die Letzten werden die Ersten sein“ (Matthäus 19,30)

Bertelsmann spendiert G+J 865 Euro und 98 Cent

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Ein Geburtstagsgeschenk aus Gütersloh?

Ex-Bertelsmann-Manager Andreas Schmidt gestorben

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John Jahr zur Gründung von G+J am 30. Juni 1965 – Ein Gespräch vor 10 Jahren mit dem letzten Zeitzeugen

John Jahr zur Gründung von G+J am 30. Juni 1965 – Ein Gespräch vor 10 Jahren mit dem letzten Zeitzeugen

John Jahr, der älteste Sohn des legendären Verlegers, schilderte vor zehn Jahren, wie es 1965 zur Gründung von Gruner + Jahr kam. Das Gespräch fand in kleinem Kreis im Büro des damals 71-Jährigen in der Jahr-Holding statt. Jahr hatte seinen Gesprächspartnern, den Journalisten Jens J. Meyer, Kurt Otto und Rüdiger Stettinski, damals versprochen, zum 50. Geburtstag von G+J im Juni 2015 erneut für ein Gespräch zur Verfügung zu stehen. Er meinte damals augenzwinkernd: „Wenn ich dann noch lebe und noch beieinander bin – aber: gestorben wird immer.“ Mit dieser Einschränkung kam es nicht mehr dazu, er starb ein Jahr später am 14. August 2006.

Die Bandabschrift des Gespräches vom 9. Juni 2005 blieb jedoch erhalten. Ein Auszug davon wurde im Juli 2005 in gekürzter Fassung von „Text intern“ veröffentlicht. Heute lebt keiner mehr, der aus persönlicher Anschauung und aus berufenem Mund über die Fusion von Jahr, Bucerius und Gruner berichten könnte. Auch sind die Gründer seit der Komplett-Übernahme durch Bertelsmann im Oktober 2014 endgültig ein Teil der deutschen Pressegeschichte. Die persönlichen Erinnerungen John Jahrs vom Juni 2005 sind damit ein Vermächtnis besonderer Art.

Deshalb veröffentlicht „Media Tribune“ das Dokument. Als letzter Zeitzeuge und langjähriger Akteur in der ersten Reihe (mehr als 35 Jahre im Vorstand) beleuchtet John Jahr noch einmal aus seiner Sicht die Gründungsvorgänge und die Folgen einer der spektakulärsten Weichenstellungen der deutschen Verlagslandschaft. Dabei stand John Junior wie kein anderer für das verlegerische Erbe seines Vaters und den unternehmerischen Geist, der Gruner + Jahr über Jahrzehnte prägte. Jahr hielt sich bei Interviewanfragen meistens zurück, mit Ausnahme dieses langen Gespräches.

Abschließend wurde er gefragt, wie sich das Verlagsgeschäft seit 1965 verändert habe. Jahr erklärte: „Die Einführung des Privatfernsehens und der Online-Medien haben es stark verändert. Die Printmedien müssen sich realistisch mit den Verdrängungsgefahren auseinandersetzen. Das ist aber grundsätzlich nichts Neues. Verlegen bedeutet immer Verändern und Erneuern und nicht Konservieren und Abschotten.“

John Jahr war 2005 optimistisch, welche Bedeutung das gedruckte Wort zum 50. Geburtstag seines Unternehmens haben werde: „Da wird sich nicht viel geändert haben. Ich bin davon überzeugt, dass im Grunde nur das gelesene Wort wirklich im Kopf hängen bleibt. Vor allem glaube ich, dass Gruner + Jahr mit seiner Haltung des Qualitätsjournalismus für die Zukunft richtig liegt.“

Ein solcher posthumer Wunsch ihres ehemaligen Verlegers am Vorabend des 50. Firmenjubiläums: Was können sich Mitarbeiter und Management von G+J Schöneres für ihre Zukunft vorstellen?

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Auflagenschwund, rückläufige Werbeumsätze, sinkende Margen und die „Mindestlohn“-Bürokratie setzen den Lesezirkel-Unternehmen zu. Die entscheidende Frage könnte indes sein: Wie lange lässt sich die Idee der Mehrfach-Vermietung noch aufrecht erhalten?

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